By 16. Februar 2014 Read More →

70 Jahre Monte Cassino

Und warum herrschte seit dem 15. Februar 1944 – vor genau 70 Jahren – Eiszeit zwischen den Allierten und dem Vatikan?

Innerhalb von drei Stunden ist es vorbei: Eines der für Europa kulturhistorisch bedeutendsten Bauwerke, das 1300 Jahre alte Gründungskloster der Benediktiner auf dem Berg Monte Cassino ist fast komplett zerstört, 225 US-Bomber werfen etwa 500 Tonnen Spreng- und Brandbomben auf die Klosteranlage, die Artillerie besorgt den Rest. 250 – 427 Menschen sterben, Flüchtlinge und Mönche.

Warum? Das möge sich jeder selbst fragen.

Wegen des besonderen historischen Bedeutung des Klosters wurde es den deutschen Truppen vom italienischen Oberkommando – trotz besorgniserregender Lage der deutschen Truppen – verboten sich dem Kloster zu nähern, auch wenn es strategisch eine besonders günstige Lage für Stellungen geboten hätte (und was man den Allierten auch offiziell und durch unverschlüsselte Funksprüche kundtat) – der Vatikan hat später bestätigt, daß sich kein einziger Deutscher in den Klosteranlagen befand. Wissend darum was die guten und menschenfreundlichen Allierten, unsere Befreier, darunter verstehen, wenn man für die Freiheit, für die Menschheit, ja für das Gute schlechthin in den Krieg zieht (man war ja im eigenen Land schon einiges gewohnt …), wurden – interessanterweise durch die Bösen, unter dem Oberstleutnant Julius Schlegel – etwa 1200 historische Dokumente, Kunstwerke, die Baupläne und die sterblichen Überreste des hl. Benedikt von Nursia in die Engelsburg nach Rom gerettet.
Gegen 20 Uhr am selben Tag, nach der Zerstörung des Klosters, taucht nun doch ein deutscher Leutnant in den Klosterruinen auf und überbringt die Nachricht, daß Hitler persönlich bei den Amerikanern um Waffenruhe nachgesucht hat um die Verwundeten zu bergen. Die Überlebenden werden von der deutschen Wehrmacht in Sicherheit gebracht – immer wieder erstaunlich wie eindeutig sich das nominalistisch „Gute“ vom nominalistisch „Bösen“ trennen lässt.
Im Anschluss besetzen deutsche Truppen das zerstörte Kloster und eine der längsten und blutigsten Schlachten des 2. Weltkrieges beginnt …

Für eine gerechte Bewertung der Geschichte – in Gedenken an unsere tapferen Frauen und Männer, aber auch die des Gegners.

Welch ein Graus wird sein und Zagen,
Wenn der Richter kommt, mit Fragen
Streng zu prüfen alle Klagen!

Und ein Buch wird aufgeschlagen,
Treu darin ist eingetragen
Jede Schuld aus Erdentagen.

Sitzt der Richter dann zu richten,
Wird sich das Verborgne lichten;
Nichts kann vor der Strafe flüchten.

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