By 25. Februar 2013 Read More →

Mal wieder die TAZ

Die TAZ hat mal wieder gezeigt, wie viel ihr an der Wahrheitsfindung liegt: nicht besonders viel. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass sie ihre Leser für dumm hält.

Die TAZ gab zusammen mit der Wochenzeitung Kontext eine Umfrage über Stuttgart 21 in Auftrag. Gefragt wurde:

Statt 4,5 Milliarden Euro soll das Bahnprojekt Stuttgart 21 nach Angaben der Deutschen Bahn AG jetzt 6,8 Milliarden Euro kosten. Was ist Ihrer Ansicht nach sinnvoller? Der Weiterbetrieb und die Modernisierung des Kopfbahnhofs oder der Bau von Stuttgart 21?“

Was fällt auf? Die Frage ist absolut suggestiv. Zum Ersten wird dem Befragten die Kostensteigerung präsentiert, die Ausstiegskosten aber nicht, um dem Befragten anschließend eine Sinnfrage zu stellen. Im letzten Satz geht es munter weiter, indem man positiv besetzte Wörter (Weiterbetrieb und Modernisierung) dem Kopfbahnhof voranstellt und nicht dem S21-Projekt. Neutral betrachtet, müßte man bei S21 auch von einer Modernisierung des Bahnhofes sprechen. Der Fragesteller verstößt hier gegen das 9. Gebot (von 10) der Fragebogenerstellung (Bsp.: S 110 von Rolf Porst, Fragebogen, Ein Arbeitsbuch, 3. Auflage):

Du sollst sicherstellen, dass der Kontext einer Frage sich nicht (unkontrolliert) auf deren Beantwortung auswirkt!

Des Weiteren waren 50% der 1.500 Befragten aus Stuttgart und die restlichen 50% aus Baden-Württemberg. In der Methoden-Beschreibung findet sich nichts zur Stichprobenauswahl und weswegen man 50% der Befragten aus Stuttgart verwendet hat. Wie man damit zu einer repräsentativen Aussage kommen soll ist mir nicht klar.

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